Vegan auf Hawaii – Reisetagebuch Teil II

so ihr lieben, weiter gehts mit den berichten meiner letzten reise. ich bin zur zeit leider sehr viel am arbeiten, aber wer reisen möchte muss halt auch irgendwie den kontostand danach wieder in den griff kriegen haha



ich hatte im hostel ein paar nette mädchen aus tschechien kennen gelernt, eine davon übrigens eine wahnsinns begabte und schöne fotografin (natalies website) und beide waren bevor sie auf oahu waren auf kaua'i. keine 10 minuten später hatte ich einfach einen flug dort hin gebucht, und mir bei couchsurfing online jemanden gesucht bei dem ich übernachten kann, da mir oahu ordentlich geld aus der tasche gezogen hat und ich noch panama und costa rica vor mir hatte! kaua'i ist viel kleiner als ohau und kaum tourismus zu finden. viele nennen die insel auch chicken island, weil dort quasi mehr hühner als menschen wohnen :D
donnerstag wars also soweit, ich wurde von meinem lieben preston zum flughafen gefahren, er hat mir noch einen kleinen rucksack geliehen, sodass ich meinen großen reiserucksack im hostel lassen konnte und seinen als handgepäck stück mitgenommen habe. der flug dauerte keine 30 minuten, der ausblick unglaublich schön, und kaum war ich aus dem terminal draußen stand da auch schon daniel. jetzt wirds ein bisschen verrückt – daniel ist anfang 40 und in venezuela geboren, lebt seit längerem auf kaua'i in einer schickimicki siedlung. das ding ist mit kaua'i, dass es da kaum öffentliche transportmittel gib, das heißt entweder man trampt, man mietet sich ein auto oder man kennt wen mit nem auto. letzteres ist natürlich am praktischsten wenn man sich noch nicht auf der insel auskennt. irgendwie fand ichs erst schräg bei jemandem zu bleiben, der so alt ist wie mein vater, aber was solls, bin da ja etwas abenteuerlustiger und dass es noch etwas verrückt werden sollte konnte ich ja nicht ahnen. wir sind erst zu seiner wohnung gefahren, wirklich ein tolles appartement, dazu kam dass er noch einen gleichaltrigen mitbewohner hatte der ziemlich gruselig war, aber den hab ich kaum gesehen.
daniel und ich sind direkt nachdem wir meine sachen bei ihm abgelegt haben weiter zu verschiedenen aussichtspunkten und dann zu einem strand. er wollte mir einen "secret spot" zeigen, weshalb wir erstmal 30 minuten lang geschorchelt sind, und dann an einer höhle ankamen. daniel hatte eine unterwasserlampe dabei, nicht größer als eine taschenlampe. wir sind in die höhle reingetaucht und waren dann in so einer art hohlraum, oben war es aber noch offen, vor uns war ein kleines loch. der wind ist extrem durch die kleine öffnung durchgepeitscht sodass wasser extrem hochgespritzt ist und es wirklich gruselige geräusche gab. wenn ich aber was bin, dann mutig, also augen zu und drunter durch - und aufeinmal war alles schwarz. daniel hat die lampe angemacht und wir waren mitten in der höhle, man hat nichts wirklich nichts gesehen außer das, was er mit dem kleinen licht angeleuchtet hat. habe natürlich deshalb versucht immer so nah wie möglich bei ihm zu bleiben :D unter uns war alles voller hummer, von bläulich bis lila alles dabei gewesen, viele fischschwärme und krebse. ich war voller adrenalin, dort im stockdunklen zu tauchen und zu schwimmen war aufregend und angsteinflößend zugleich. wir sind dann auch relativ bald da wieder raus, auf die höhle geklettert und von ca 3 metern wieder in diesen hohlraum gesprungen, absolut großartig! hab leider immer wieder so kommentare bekommen, wie nett ich doch in meinem bikini aussehen würde, und damit ging das ganze dann los.





am nächsten tag sind daniel und ich los und haben bei einem health store lunch eingekauft, da wir vor hatten wandern zu gehen. dann gings direkt zum hanaekai'ai wasserfall-wanderweg, ein trail der 6km hin und zurück dauert. es war wirklich super anstrengend, extremste steigungen, pralle hitze, matsch, rutschige steine, durch flüsse (bin natürlich einmal reingefallen), am allerschlimmsten waren aber immer die strecken mit gefälle, bin oft halb an den wurzeln auf dem boden hängen geblieben.meister-backpackerin kira hat ja auch keine richtigen wanderschuhe oder so, an dem tag hatte ich sogar nike SLIPPER an, ganz große idee.


der wasserfall war atemberaubend schön, die wanderung war auch trotz meines schuh-handicaps toll und das vollkorn-avocadosandwich hat das ganze perfekt abgerundet haha. wir haben auf dem weg zurück einige früchte gepflückt, die ich noch nie vorher gesehen habe. unter anderem guavas, man die schmecken großartig.











abends war ich ziemlich fertig, wir haben mit ner yoga freundin von daniel was gegessen und anschließend haben die beiden mich die ganze zeit angefasst, daniel hat mir angeboten, dass ich ja bei ihm im bett übernachten könne, und das war mir dann echt zu bunt. habe glücklicherweise auf oahu matt kennen gelernt, der bei hawaiian airlines arbeitet, und hab dem das erzählt. er hat mir direkt für den nächsten tag einen flug gebucht den er sogar übernommen hat, damit ich da wieder rauskomme.




samstag waren daniel und ich nochmal bei diversen healthy shops einkaufen, er hat alles bezahlt und wollte dafür küsse auf die wange haben. nö, nicht mit mir. wir sind dann mit dem gepackten auto los richtung canyon, den wollte ich unbedingt noch sehen bevor ich fahre. daniel hatte ich als grund gesagt, ich hätte einen freund der mich überrascht hat und jetzt auf oahu ist, und ich würde ihn unbedingt sehen wollen. absoluter quatsch, aber ich wusste nicht wie ich mich sonst rausreden sollte. er war ja auch eigentlich wirklich sehr nett, obwohl er ne glatze hat hatte er sogar super gutes frauenshampoo für mich in seiner dusche :D aber diese kommentare zwischen durch, die berührungen, einiges anderes was er gesagt hat, das ging einfach nicht. er hat die ganze zeit versucht mich zu überreden, dass ich noch bleibe, kriege sogar immer noch SMS von ihm. krönung war auf jeden fall als er meinte, er wäre gern mein vater, mein bester freund, mein fester freund, meine affaire. jo, aber sonst noch alles klar!




den canyon konnte ich dementsprechend kaum genießen, doch der ausblick war wirklich beeindruckend. ich hab schon echt ein paar wundervolle dinge gesehen, aber ich hatte es zum ersten mal, dass meine augen nicht verarbeiten konnten was da vor mir war. diese endlosen schluchten, farben, schatten und helle spots, das war so viel aufeinmal. musste zwischen durch immer wieder auf den boden gucken und dann erst wieder in die schluchten weil ichs echt nicht richtig aufnehmen konnte. bald gings dann zum flughafen, der abschied war der horror ich musste mich da total rauswinden.

als ich wieder in oahu gelandet bin, hats sich angefühlt wie zu hause ankommen. ich bin mitm bus noch zu matt gefahren und wir haben einen film geguckt, ich konnte endlich mal runter fahren. er hat mir angeboten, die restliche zeit bei ihm zu verbringen (und er hat wirklich ein super geiles appartement, ne komplette glasfront im 14. stock mit nem großartigen blick auf waikiki) aber durch diese zeit mit daniel hatte ich keine lust nochmal irgendwas zu riskieren. ich wollte nur noch ins hostel.



am nächsten tag waren matt und ich noch frühstücken und ich hab dann meine sachen gepackt und bin endlich wieder in mein geliebtes hostel gezogen. alle haben sich auch super gefreut mich wieder zu sehen und für mich war die welt wieder in ordnung. hab mir an dem tag dann zum ersten mal einen sonnenbrand abgeholt, weil ich super erschöpft in der mittagssonne eingeschlafen bin.



montag hab ich endlich wieder erik getroffen. wir waren die ganze zeit noch in kontakt und er hat mich morgens abgeholt zum acai frühstück und dann gings weiter zur northshore. waikiki, also da wo ich gewohnt habe, ist die south shore, also sind wir komplett einmal hochgedüst, nur um an den schönen stränden da zu liegen. ich kann euch auf jeden fall empfehlen genug zeit an der north shore einzuplanen, da gibts auch ein nettes hostel und die waikiki-touris können einen manchmal ganz schön nerven, vor allem wenn man sich da wie zu hause und nicht auch wie ein touri fühlt haha. wir hatten einen schönen tag, haben uns noch ein paar spots an der northshore angeschaut und zum abschluss poi gegessen. das ist eigentlich so das bekannteste nationalgericht der hawaiianer, habe ich auch währenddessen auf instagram gepostet, aber hier nochmal :)

traditionelles poi gibt es in verschiedenen varianten, und alles ist sogar vegan und glutenfrei. poi - pa'i'ai - und kalo kapioka. pai'i'ai wird hergestellt, indem die gekochten/gebackenen oder gedaempften knollen der tarot pflanze zu einer zaehen masse zerstampft werden. fuer poi wird dem dann beim zerstampfen sowie vorm essen wird wasser zugefuegt, um die gewuenschte fluessige konsistenz zu erzielen, und dann fermentiert verzehrt. das beste ist aber kalo kapioka: ein tapioka pudding (glutenfreie staerke perlen) mit kokosmilch, pai'i'ai stuecken, zimt, etwas rohrzucker und chiasamen. supergeil! bin sehr froh das kennen gelernt zu haben, meiner meinung nach ist es wichtig ein traditionelles gericht des landes das man besucht probiert. wenn es kein veganes gibt, kann man gerichte in traditionellen restaurants ja auch easy veganisieren lassen (hab ich ja auch schon im post zuvor erklärt was ich da für tolle erfahrungen gemacht habe).
abends war ich mit preston wieder unterwegs, wir haben uns wein gekauft und den den strand gesetzt, die ganze zeit nur auf den pazifik geguckt, mega viel geredet und gelacht. aufeinmal - scheinwerfer, rufe,.. polizei. na super. die fanden das leider gar nicht witzig, dass wir da saßen. am waikiki beach ist es so, dass es strandsperrstunden gibt, und natürlich haben wir die genau erwischt. dazu kommt, dass es nicht erlaubt ist alkohol an öffentlichen plätzen zu trinken, schon gar nicht auf gesperrten öffentlichen plätzen :D wir haben beide ne gerichtsvorladung bekommen, für preston natürlich richtig scheiße gewesen, da er auf hawaii geboren ist und dort lebt, und locals dafür richtig satte strafen kriegen. für mich war das nicht ganz so ein drama, weil ich am nächsten tag abreisen wollte und seit dem bin ich auch auf der flucht vor dem hawaiianischen gesetz haha :D also da ist bis heute nichts gekommen, und denke auch nicht dass das noch weiter verfolgt wird bei mir. hoffentlich :D

und dann wars auch soweit, leaving day. die zeit auf hawaii war wunderschön, den zwischenfall mit daniel hatte ich längst verdrängt und das war auch gut so. es fühlte sich für mich wirklich so an, zu hause zu verlassen um ein anderes land zu bereisen. ich habe so viele tolle menschen kennen gelernt und freundschaften geschlossen, es ist echt schön zu wissen dort immer willkommen zu sein.


erik hat mich an dem tag nochmal abgeholt, wir sind zu nem tattoo studio gefahren wo er arbeitet und ich wurde gratis tätowiert, danach waren wir bei verschiedenen healthy grocery stores einkaufen für meinen langen flug und dann hat er mich zum flughafen gebracht.

den mittwoch habe ich dann im flugzeug und am flughafen in dallas zum umsteigen verbracht. die zeit ging ganz gut um, verstehe nur immer noch nicht warum die terminals auf gefrierfachtemperatur runtergekühlt werden. habe meine zehen einfach nicht mehr gespürt :D abends bin ich dann in panama angekommen, aber davon dann mehr beim nächsten post :)






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