da isse wieder!

hallo ihr lieben,

es fühlt sich wirklich schön an hier zu sitzen, und endlich wieder einen blogpost für euch zu schreiben. mein leben hat sich mal wieder total umgekrempelt, weshalb ich nicht mehr in meiner wohnung sitze, sondern gerade zwischen vielen umzugskartons und taschen am schreibtisch meines freundes. aber erstmal von vorne:

nachdem ich euch so stolz das erste mal davon erzählt habe, wie ich jahrelange essprobleme dachte bewältigt zu haben, folgte der supergau. in der weihnachtszeit habe ich sehr viele überzuckerte und fettige lebensmittel gegessen, was an sich ja überhaupt nicht schlimm ist. doch für mich war es der horror. es ist schwer zu erklären, wie man sich fühlt, wenn man zwar schlank ist, doch im kopf nur bilder von mageren mädchen mit dünnen stockartigen beinen hat. zu diesem gefühl kommt noch meine absolute passion dazu - kochen, backen und essen. ich liebe obst und gemüse, ich liebe frisch gemachtes brot und kuchen, und ich liebe es täglich aus allen möglichen großartigen lebensmitteln was leckeres zu zaubern, und das mit euch zu teilen. doch was passiert mit all dem essen? zunächst bin ich natürlich immer am probieren und schnökern, während ich etwas koche oder zubereite. wenn ich dann fertig und schon halb gesättigt bin, fotografiere ich meine kreationen für euch oder eben auch nicht, und esse dann weiter. problematisch wird es für mich aufzuhören, wenn es mir doch so unglaublich gut schmeckt, und das ist nur einer der vielen wege die dann zu einem der unangenehmsten gefühle führt, die man so haben kann. selbsthass, unzufriedenheit, reue - im endeffekt bin ich nicht froh über den genuss, sondern wütend auf grund der übersättigung und der angst, zuzunehmen.
so lange kämpfte ich schon gegen diese schreckliche einstellung, gegen diesen unnötigen druck den man sich selbst macht, und wie ich euch in meinem letzten persönlichen blogpost erklärt habe bin ich auch wirklich gut dagegen angekommen. am besten kann ich das kontrollieren, wenn ich auf reisen bin, bzw in der sonne. ich brauche eigentlich nichts außer obst um mich vollkommen zufriedenstellend zu ernähren, doch in den kalten jahreszeiten fällt mir das sehr schwer, und ich rutsche schnell wieder in die negative gedankenlage. dabei haben die kalten jahreszeiten so viel gutes: KÜRBIS! ich esse so gut wie jeden tag kürbis oder grünkohl, süßkartoffeln und kakis, heiße haferflocken und walnüsse, ein traum! warum also macht man sich selbst das leben schwer? es ging wieder los, dass ich mich nach dem essen übergab, meistens weil ich zu satt war und nicht auf meinen hunger geachtet habe, aber das war auch nicht immer so. doch oft habe ich noch eine gabel mehr gegessen, weil es ja nicht schlecht werden sollte, oder weil ich mir einredete es müsse ja jetzt weg, und wegschmeißen würde ich essen nie. ob es jedoch die bessere variante ist, das ganze dann am ende in der toilette auszukotzen, ist da eher fragwürdig. "ab morgen dann eine woche saftfasten", oder "wenn ich das jetzt esse, werd ich einfach den rest des tages nichts mehr essen". absoluter quatsch. und das alles nur aus furcht vorm zunehmen. der eigentliche genuss, der enorme spaß, der mir kochen zubereitet: alles wird dann durch diese grässliche angst unterdrückt und vergessen. instagram macht es einem da nicht wirklich leichter. wenn man nur noch umgeben von superhealthy foodpics und superskinny modelgirls ist, wurde es für mich noch schwerer, mal thaicurry oder pizza abends zu genießen. no salt, no oil, no sugar, no gluten, .. no life?
ich kann nur für mich sprechen: ich habe mich selbst oft genug getäuscht, dachte ich bin nun wirklich zufrieden mit meinem körper, aber das war ich nur, wenn ich so dünn war wie so einige mädchen auf instagram und co. die ich täglich verfolge. ich wiege gerade 54 kilo, das sind fast 5 kilo mehr als zu den zeiten, wo ich ganz gesund esse, und das ist okay. schokolade und müsli, alles mögliche was auch wirklich ungesund ist steht zur zeit auf meinem speiseplan: ich stand heute sogar im supermarkt vor den fertigsuppen und hatte überlegt mir eine zu holen! das muss man sich mal überlegen: ich und ne fertigsuppe! so banal sich das für manche anhören mag, mich macht es stolz abends beim serien gucken mit malte so viel schokolade zu essen wie ich gerade mag, und es zu genießen, ohne auf die uhrzeit, die kalorien oder die masse zu achten. ich wiege mich nicht mehr drei mal am tag, sondern vielleicht zwei mal im monat. essen ist mein genuss, und sport mein ventil. und das gewicht was mich auf der wage ansieht, das sind nur zahlen. sie geben mir nichts. ob es einen voran bringt, wenn man denn dann endlich so dünn ist wie model XY? mich nicht. es bringt einen voran, wenn man dann endlich sich so mag wie man selbst ist. egal wie dünn, egal welches gewicht. nur weil man es erreicht, so zu sein, wie jemand dessen gewicht man gut findet, heißt nicht dass man sich selbst dann gut findet. das gute gefühl anfangs ist höchstens genugtuung.

all diese klarheit die ich aktuell habe, die leichtigkeit die ich zurück gewonnen habe, kann natürlich vergänglich sein. ich würde nicht über mich selbst sagen, dass ich übern berg bin, da es immer mal wieder hoch und tiefphasen gibt. natürlich finde ich diese stock-beinchen immer noch schön, doch glücklich gemacht haben sie mich nie so sehr, wie es ein heißes carrot cake kaki oatmeal mit mandelsplittern und maulbeeren tut. oder schokibananeneis mit heißen himbeeren. oder rotes reiscurry mit tofu. oder.. :)

ansonsten habe ich gerade wirklich viel stress, der es mir nicht all zu leicht macht, aber davon lass ich mir meine laune nicht verderben. ich stecke mitten in der klausuren phase, hatte eigentlich einen umzug vor mir (habe tatsächlich meine schöne wohnung verlassen), doch nun sind alle meine möbel und sachen in einem hänger, und ich wohne bei meinem freund bis ich eine schöne WG gefunden habe. dazu kommt dass meine kätzchen leider deshalb gerade bei meiner mutter wohnen müssen, es bricht mir echt das herz sie nicht bei mir zu haben. aber hey: ich bin in vier wochen endlich in indien, bis dahin hat sich meine wohnsituation auf jeden fall auch geklärt und ich kann mit katzen, neuer WG, bräune und einen bauch voller papaya in das letzte semester meines studiums starten.

ich danke euch für die lieben worte via mail und bei instagram, und werde in den kommenden tagen durch die küche der WG von malte toben und wieder schöne sachen für euch kochen und die rezepte mit euch teilen. (ich arbeite seit anfang des jahres übrigens in einem reformhaus in hannover und bekomme auf die ganzen fancy sachen, die ich mir vorher nicht gekauft habe, weil sie mir zu teuer waren nun rabatt huhuhuuu)

xx, kira


sich zeit zu nehmen und mit guten freunden zu schlemmen ist so viel schöner, als allein auf der wage zu stehen und sich freuen dass man die 46 kilo erreicht hat.


1 Kommentar:

  1. Es hilft wirklich sehr etwas über den Genesungsprozess mit dem Vergleichen, Rückschlägen und dem Wiederaufrappeln zu lesen. Danke.

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