fasten? so ganz ohne essen?

hallo meine lieben,
ich melde mich mit einem blogpost nach 6 tagen fasten! ich bin mega stolz auf mich, dass ich das geschafft habe, denn ich hätte niemals damit gerechnet, dass ich wirklich auf essen verzichten könnte. allein wenn ich mir angucke was ich normalerweise morgens verputze: riesen müsli mit 300ml milch, einer banane, halben apfel, gojis und schoki drin - und während des tages wird es auch nicht weniger :D wie soll man da glauben, dass man auch nur einen tag fasten schaffen könnte?
bevor es mit dem fasten losging habe ich gefühlt nur von schoki gelebt, so richtig idiotisch als ob ich was verpassen würde wenn ich mal eine woche faste und keine schokolade esse, war bei meinen lieblingsrestaurants mit meinen freunden und habe es auch allen erzählt, dass ich fasten werde, damit es auch kein zurück mehr für mich gibt.
ihr fragt euch wahrscheinlich: warum überhaupt fasten?
da ich nicht religiös bin, gab es für mich nur einen grund, und der ist mir ein bisschen unangenehm so in der öffentlichkeit zu bloggen, aber was solls ne! ich hatte echt mega probleme mit meinem bauch, hatte durchgängig einen aufgeblähten bauch und bauchschmerzen, obwohl ich sehr wohl ahnung von food combining und ner gesunden ernährung habe. also ich hatte diese probleme auch schon, bevor ich einen kleinen schokotrip startete haha. und da ich schonmal ein juice cleansing gemacht habe und mir das wirklich gut gefallen hat, dachte ich zum start der fastenzeit passt das ja alles ganz perfekt.

ich habe während der fastentage sehr viel getrunken, vor allem tee, und die zuckerfreien lutschpastillen von rossmann haben mir so ein bisschen mein leben gerettet. als tee gab es einen fastentee von uns aus dem reformhaus, viel ingwertee, aber irgendwann konnte ich diese ganzen kräuter nicht mehr so ganz sehen und habe dann auch viel früchte tee mit eingebaut.

tag 1 - zuversichtlicher start
der donnerstag stellte sich als einfach heraus, da ich die nacht vorher mit meinen freunden feiern war, und somit noch am donnerstag sehr lang geschlafen habe und ziemlich müde war. an tag eins sollte man auf jeden fall den margen reinigen, da ich wirklich keine ahnung von einläufen habe und mir das nicht so ganz zugetraut habe, nahm ich glaubersalz. das hat aber nichts gebracht. ich habe noch eine dosis probiert, aber so wirkliche erfolge konnte ich damit nicht verzeichnen. ich hab mich nachmittags mit ein paar freunden in einem café auf einen tee getroffen und mir danach einen gemütlichen abend mit meinem freund gemacht. ich habe ihn gebeten, bitte nicht mehr mit mir über essen zu reden, und gegessen hat er von da an auch nur noch in der küche. wirklich mega rücksichtsvoll von ihm und auch gar nicht so einfach, da wir super gern zusammen nüsse oder sonst was naschen während wir ne serie schauen, und er sowieso viel essen muss weil er einen super krassen stoffwechsel hat.

tag 2 - kleine hölle zum mitnehmen bitte
oh man. ich hab ja gelesen, dass man an tag zwei anfängt unangenehm zu riechen, aber das ausmaß war mir nicht bewusst. also ich bin ein ziemlich penibler mensch was geruch angeht, und wenn andere leute nicht gut riechen kommt man ja irgendwie drum rum, aber wenn man selbst nicht gut riecht und da auch nicht 4x zähneputzen und tee bis zum umfallen hilft, dann ist das wirklich grenzwertig. meine haare waren superfettig, ich hab mich gefühlt wie der letzte mensch. dazu kam auch noch, dass ich freitags immer im café bohne vegane kuchen backe, und es ist wirklich mies die zuzubereiten, ohne probieren zu können. besonders fies ist es, wenn man noch teig an den händen hat, und den getrost abwaschen muss statt ihn abzulecken. aber was solls: ich hab das ganze für mich gemacht und wusste dass es besser werden würde. ich traf mich abends noch mit meiner freundin sarah, die mir netterweise noch so tabletten gab die sie zu hause hat, da sie auf reisen auch manchmal solche blähbauch probleme hat - und die tabletten haben dann echt alles geregelt soweit es ging!
in der nacht passierte der horror: ich bin aufgewacht, weil ich nur schwer luft bekommen habe, hab das fenster aufgemacht und merkte wie mir extrem schwindelig wurde, habe schweißausbrüche bekommen und bin ins bad getaumelt. es hat sich angefühlt als ob sich mein ganzer margen nach außen dreht, mir war so unglaublich schlecht, ich dachte wenn ich mich jetzt übergebe kommen bestimmt noch ein paar organe mit raus. mir wurde schwarz vor augen und ich hatte nur noch den gedanken: NOTARZT. ich fing an nach meinem freund zu schreien, der tief und fest gepennt hat, und mich dann irgendwann gehört hat und ins bad gestürzt kam. er hat mich wie ein kleines kälbchen mit 1/3 einer banane gefüttert, obwohl ich niemals gedacht hätte, dass ich die runter kriege. irgendwann konnte er mich zurück ins bett tragen, wo ich dann noch einen großen apfel gegessen habe. dann gings mir wieder gut. ich kann euch nicht sagen woran dieser zwischen fall lag, aber ich mache mir keine vorwürfe, dass ich was gegessen habe, da das fasten dazu da war dass ich mich gut fühle, und nicht mich zu quälen.

tag 3 - wasser ist mein elexir
malte und ich waren den gesamten tag auf einem seminar, wo es um gefühle und bedürfnisse ging, und natürlich wählte die seminar-tante immer gern das beispiel "ich habe hunger - mein bedürfnis nach nahrung ist nicht gestillt" ... DANKE! bitte noch mehr salz in die wunde haha. denn ja, ich hatte immer noch etwas hunger, aber damit sollte nun schluss sein. malte hat mich gezwungen noch mehr zu trinken, und damit hab ich das alles dann gut in den griff bekommen.

tag 4 - energieschwund
wir hatten noch einmal unser seminar, und danach aß ich einen apfel, weil ich kaum energie hatte. danach schlüpften wir in unsere laufsachen und drehten eine lockere runde von 5km, die ich sehr in den beinen spürte. das ist halt so ein witz, ich laufe normalerweise 15km locker runter ohne was in den beinen zu merken, bei 21km merke ich es erst am nächsten tag - wirklich beachtenswert wie wichtig essen doch ist. ich hab ab tag 4 ein ganz anderes verhältnis zu nahrung bekommen, da ich merke wie schlapp ich ohne sie bin. es geht weniger um gelüste, als um nötige energie. wahnsinns gefühl!

tag 5 - jetzt auch noch grippe!
da ich super viel für die uni zutun habe bevor es nach indien geht am 9.3., bin ich zu meiner mutter nach burgwedel gefahren um etwas abstand von der gewohnten umgebung zu haben. ich mein klar, ich kann mich auch hier super in die bib setzen zum lernen, aber ich erwisch mich trotzdem immer wieder bei pausen mit freunden, oder dass malte und ich abends lieber quality time haben als uns um unsere unterlagen und wichtige sachen zu kümmern. deshalb gings zu mama, und das war ne super idee, die hat mich nämlich so richtig bemuttert. mich hat leider auch die grippewelle erwischt die gerade im umlauf mit, und mit fehlenden vitaminen ist das ja kein wunder, deshalb hab ich nur die besten sachen bekommen, alle 15 min ein neues heißes körnerkissen und immer wieder neuen tee, während ich den gesamten tag am tisch saß und meine hausarbeit schreiben konnte. mir gings richtig gut, abgesehen von der krankheit. das bedürfnis was essen zu wollen, war einfach nicht mehr präsent. ich glaube es war besonders gut, dass ich mich auf was konzentrieren konnte, denn so ging der tag auch immer sehr schnell vorbei. um ein bisschen abwechslung reinzubringen, hab ich ein päckchen kokoswasser getrunken, eiskalt - da kommen erinnerungen an meine schöne zeit in thailand hoch, schmeckte zwar aus dem trinkpack nicht mal ansatzweise wie aus ner frischen kokosnuss, aber war dennoch schön :)

tag 6 - der letzte tag
hui, da gingen die tage ja doch schneller vorbei als gedacht. mir gings richtig gut, mein blähbauch war weg, und meine hausarbeit lief wie am schnürchen. das einzige was mich wirklich gestört hat, ist diese blöde kraftlosigkeit. also ganz ohne essen ist es wirklich grenzwertig. ich hab mir vorgenommen mit einer woche saftfasten weiter zu machen, um meinen margen nicht direkt zu überfordern, sobald der tag vorbei war.

tag 7 - wieder essen!
ihr glaubt nicht wie lecker feigen sind. oh mein gott. für mich gabs an tag 7 eine feige, einen apfel, eine erdbeere, 5 weintrauben und 8 blaubeeren. ich habe es sehr genossen! um meinen körper aber nicht weiter zu überfordern, gab es dann den rest des tages wieder tee und kokoswasser.


als kleines fazit kann ich euch nur mitgeben, dass es wirklich gut tut zu fasten, wenn man ein paar schwierigkeiten mit der verdauung hat. bei übergewicht, kann fasten auch sehr helfen, ein anderes verhältnis zu nahrung und dem eigenen körper zu bekommen. ich würde dennoch raten, fasten nicht länger als 7 tage durchzuziehen - ich kam mir vor wie eine kleine gebrechliche omi, weil schon aufstehen immer ein akt war :D
ich muss zugeben dass ich schon ganz aufgeregt bin, weil es gleich für mich meinen lieblingsbrei zum frühstück geben wird, morgenstund, und dazu eine banane.

ich hoffe ich konnte einige fragen beantworten, falls noch was offen ist immer her damit :)
xx kira

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